Aufstiegstraum ist geplatzt

  • 16. Juni 2023
  • Rainer Kernwein
  • Allgemein
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Das Relegationsspiel gegen Kürnach II wird zum Drama

Dreimalige Führung reicht nicht zum Sieg

Elfmeter-Lotterie ohne Happy-End

SV Kleinochsenfurt – SV Kürnach II 7:8 (3:3, 3:3, 2:2) n.E.

In einem hochemotionalen und an Spannung kaum zu überbietenden Kampfspiel um den Aufstieg in die Kreisklasse hat es unser SVK nicht geschafft und muss ein weiteres Jahr in der A-Klasse verweilen.

Schon im Vorfeld musste der SVK einen harten Schicksalsschlag verkraften. Ausgerechnet einige Tage vor dem größten Match seit eineinhalb Jahrzehnten fiel Torwart-As und Hoffnungsträger Flo Schulz, aufgrund einer im Training erlittenen Verletzung, kurzfristig aus. Ein Schock für Alle. Und nachdem sich unser regulärer Torwart Flo Geiger in Urlaub befand, musste Coach Eddy Aber auf die Schnelle improvisieren. Am Ende war es Julian Matern, der letztmals in der Saison 2014/15 im Tor stand und die Fußballschuhe schon seit einem Jahr an den Nagel gehängt hatte, der sich bereit erklärte auszuhelfen und zwischen die Pfosten zu stellen. Hierfür gebührt Ihm ein Riesen-Dankeschön und Respekt für seinen Mut und der spontanen Zusage.

Julian sollte eine prägende Rolle spielen, denn nach seinem schweren Patzer zu Beginn des Spiels, welcher zum 2:2 führte, legte der frühere Kapitän des SVK, ein hochcouragiertes und starkes Spiel hin. Am Ende lag es nicht an Ihm, dass wir als Verlierer vom Platz gingen. Im Gegenteil: durch seine tollen Paraden während der Partie und in der Verlängerung sowie zwei gehaltenen Elfmetern beim Shoot-Out, hielt er unseren SVK lange im Spiel, als wir schon in den Seilen lagen. Zum Vergleich: der als Elfmeter-Held des SV Kürnach gelobte Niklas Roch konnte nur einen Elfer entschärfen. Die anderen Versuche landeten über oder neben den Kasten.

Julian war ein starker Rückhalt (Bild: Anpfiff-Info)

Ohne Arrogant zu wirken oder nach Ausreden zu suchen, so ist es doch eine Tatsache, dass auch der Fußballplatz in Rottenbauer nicht das optimale Geläuf für unsere Kicker war. Das lag nicht am sehr gut gepflegten Rasen, sondern an der Größe des Spielfelds. Wir haben nun mal viele Spieler in unseren Reihen, die Räume brauchen und diese waren nicht gegeben.

Wenn man weiter auf Spurensuche geht, so muss man schlussendlich resümieren, dass mit dem SV Kürnach II wohl der schwerste Brocken, den es in der Relegation gab, uns gegenüber stand. Man spielte zwar „nur“ gegen eine Zweite Mannschaft, aber die hatte es in sich. Trainer Gerhard Bemerl konnte auf einen Kader zurückgreifen, indem fast alle Akteure über Kreisliga-Erfahrung verfügten. Insgesamt über 80 Spieler-Einsätze in der Ersten, die eine überragende Runde gespielt hat und und nur denkbar knapp am Aufstieg in die Bezirksliga gescheitert ist, beweisen dies. Mit Daniel Schmitt stand ein Mann auf den Feld, der bereits 21 Spiele in dieser Saison beim Kreisliga-Zweiten absolvierte. Dazu kamen noch einige Hochkaräter aus der starken A-Jugend, die in der Bezirksoberliga auf Rang 3 steht. Wie hätte es wohl für unseren SVK ausgesehen, wenn wir gegen einen „normalen“ A-Klassisten, z.B. Repperndorf, gespielt hätten.

Auch der Haupt-Schiri war – unserer Meinung nach – an diesem Tag nicht auf der Seite unserer Schwarz-Roten. Es schien so, als ob sich die Referees vor dem Spiel über die Fairness-Statistik des SVK informiert hätten. Jedenfalls waren einige Entscheidungen äußerst zweifelhaft und nachteilig für uns. So beim ersten Elfer, als vor dem Foul von Tufan, der Ball klar von einem am Boden liegenden Spieler gesperrt wird. Oder auch die Szene zum zweiten Elfer, als Julian einen Freistoß-Ball fallen lässt. Dass der nachsetzende Spieler voll auf Julian drauf geht und das im Fünfer (obwohl es die Schon-Regelung nicht mehr gibt), wurde vollkommen übersehen. Hier wurde unseres Erachtens genau falsch herum entschieden.

Im Zweifelsfall immer gegen den SVK (Bild: Anpfiff-Info)

In dem teilweise sehr harten Spiel wurden unsere Fehltritte konsequent sanktioniert, während die Kürnacher für Ihr Einsteigen, z.B. bei einem brutalen Foulspiel an Shuki, der mit blutender Nase ausgewechselt werden musste, verschont wurden. Zwei Zeitstrafen für uns, wegen angeblichen Reklamierens gegen Isi und einem taktischen Foul an Marcel kosteten uns sehr viel Kraft und Offensivpower. Wobei wir allerdings wieder beim Dauer-Thema Disziplin sind, das uns wie ein roter Faden über die gesamte Saison beschäftigt.

All dies Umstände trugen zum verlorenen Spiel bei, in dessen Verlauf wir dreimal in Führung gehen konnten. Beim ersten Tor und dritten Tor schien es als wären, höhere Kräfte im Spiel. Einen Freistoß von Johann von der linken Außenbahn bekam ein Kürnacher ans Schienbein und fälschte die Kugel so ab, dass Sie genau im hinteren Torwinkel landete. Wie von Geisterhand ferngesteuert. Ebenso das Abstauber-Tor von Isi Ramaj zum 3:2. Als hätte der Fußball-Gott es so gewollt, blieb der Keeper des SV Kürnach beim Dribbling im Rasen hängen und verstolperte den Ball, so dass unser Torjäger die Kugel vollkommen ungehindert ins Tor schieben konnte.

An der Macht lag es nicht. Die war scheinbar auf unserer Seite. Doch noch waren fast 30 Minuten zu spielen und das Drama nahm seinen Lauf.

Kurz nach der erneuten Führung hatten wir DIE Chance auf die endgültige Entscheidung. Nach einer Ecke von rechts schraubte sich Metin am höchsten und setzte den Ball an den linken Innenpfosten, von wo Ihm ein Kürnacher auf der Linie klären konnte. Zentimeter, ja Millimeter fehlten zum wohl finalen Treffer zum Aufstieg.

Kürnach, das bis auf die beiden Elfer und ein paar Halbchancen bislang nichts zu bieten hatte, drängte vehement auf den Ausgleich und brachte frische Kräfte. Einer dieser jungen hungrigen Wölfe biss in der 78. Minute zu. Nicht eng genug bewacht netzte Lucio Mondetoro, mit seiner ersten Aktion zum 3:3 ein und sorgte so für den Ausgleich. Das Spiel kippte nun endgültig auf die Seite der Grün-Weißen, dessen mächtiger und stimmgewaltiger Anhang, sie nun nach vorne peitschte. In dieser Phase und auch in der Verlängerung waren wir den Knock-Out mehrmals nahe. Unsere Asse stachen nicht mehr und auch die Einwechslungen brachten keine Entlastung.

Johann war nur mit Fouls zu bremsen (Bild: Anpfiff-Info).

Kosterniert vom abermaligen Ausgleich und geschwächt von der zweiten Zeitstrafe schleppten wir uns mit letzter Kraft ins Elfmeterschießen. Hervorzuheben waren hierbei auch Metin und der extra für das Relegationsspiel frei gestellte Jugend-Spieler, Tim Michel. Metin bei seinen letzten Spiel für den SVK opferte sich regelrecht auf und warf sich in jeden Zweikampf und Kopfball.

Metin scheute keinen Zweikampf (Bild: Anpfiff-Info)
Tadellose Leistung von Tim (Bild: Anpfiff-Info)
Tufan wird sicher lange an das Spiel zurückdenken (Bild: Anpfiff-Info)

 

Eddy kämpfte und war am Ende sprachlos (Bild: Anpfiff-Info)

 

Trotz Vorlage u. Tor war es nicht das Spiel unseres Goalgetters Isi (Bild: Anpfiff-Info)

 

Unsere Jungs jubeln vor dem Kürnacher Anhang (Bild: Anpfiff-Info)

 

Noah fand nicht ins Spiel (Bild: Anpfiff-Info)

 

Mo Nesib eng am Mann(Bild: Anpfiff-Info)
Marcel musste kurz vor Ende der Verlängerung verletzt passen (Bild: Anpfiff-Info)
Bis zu seiner Auswechlsung Fehlerlos – Firat Mutlu(Bild: Anpfiff-Info)

Danke an Anpfiff-Info für die Bilder!

Das Elfmeterschießen sollte wieder eine Führung mit 2:1 für uns bringen. Tim und Shuki hatten sicher verwandelt. Doch dann verließen ausgerechnet Metin die Kräfte und sein harter, aber halbhoher Gewaltschuss wurde pariert. Zuvor hatte schon Isi seinen Elfer über die Latte gedonnert. So ging es in die Verlängerung des 11m-Schießens, in dem dann Tufan den 7. Elfer neben das Tor setzte.

Das Ende: Tufan trifft die Kugel nicht richtig und verschießt

Fazit:

Es sollte nicht sein. Wir haben einen tollen Kampf geliefert und sind am Ende nicht belohnt worden. Leider haben wir wieder einmal zu viele Fehler gemacht, die gnadenlos bestraft worden sind. Obwohl wir diese vor dem Spiel mehrfach angesprochen hatten.

Jetzt geht es weiter und es ist genügend Zeit sich zu erholen und den Kopf wieder freizubekommen. Wichtig ist es, jetzt nicht zu verzweifeln und sich wieder neu zu fokussieren.

Nach dieser Erfahrung hoffen wir, dass die Mannschaft – bis auf die schon vorher bekannten Abgänge – zusammen bleibt und wir mit einigen Verstärkungen aus der Jugend und Neuzugängen wieder voll angreifen können.

Ein besonderes Dankeschön auch an alle Fans, die uns im Relegationsspiel und während der ganzen Saison unterstützt haben. Ohne Euch wären wir Nichts. Wir brauchen Euch und hoffen, dass wir auch in Zukunft auf Euch zählen können.

Danke und Aufwiedersehen in der neuen Saison

Viva la SVK!

Für den SVK spielten:

Julian Matern – Tufan Senocak, Tim Michel, Metin Yasar, Firat Mutlu – Ahmed Diaby, Shukri Selishta, Edwin Aber, Johann Daoud, Marcel Bucak – Ismir Ramay

Einwechselspieler: Andi Türker (46.), Mo Nesib (75.), Noah Saril (75.), Mo Gafsi (115.)

Tore: 1:0 Nico Schulze (22., ET), 1:1 Stefan Hahn (27. FE), 2:1 Johann Daoud (32.), 2:2 Stefan Hahn (44. FE), 3:2 Ismir Ramaj (60.), 3:3 Lucio Montedoro (78.)

Elfmeterschießen: 3:4, 4:4 Shukri Selishta, 5:4 Tim Michel, 5:5, 5:6, 6:6 Johann Daoud, 6:7, 7:7 Edwin Aber, 7:8

Gelbe Karten SVK: Ramaj, Matern, Yasar, Bucak, Saril, Gafsi

10-Minuten Zeitstrafe: Ramaj (62.), Bucak (90.+7)

Zuschauer: 514 Zahlende in Rottenbauer

Links zum Spiel:

Anpfiff-Info

http://www.anpfiff.info/sites/fb/spielbericht.aspx?SK=8&Lg=358&Sp=876009&Ver=1499&TmHm=2777&TmGt=2408&Top=2&Ticker=1&Men=105

Mainpost

https://www.mainpost.de/sport/wuerzburg/kuernacher-traum-vom-relegations-doppelaufstieg-lebt-sieben-verwandelte-elfmeter-reichen-gegen-kleinochsenfurt-art-11150948

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